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Gespräch im Jobcenter Idar-Oberstein

In der vergangenen Woche besuchte ich gemeinsam mit dem CDU-Landtagskandidaten Damian Hötger den Standort des Jobcenters Land ich mich im Ausschuss Arbeit und Soziales beschäftige, in der Praxis ausgeführt. Deshalb nutzte ich die Gelegenheit, mich mit Elmar Wagner, Leiter der Arbeitsagentur Bad Kreuznach, Hubert Paal und Christian Müller, Geschäftsführer und stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Birkenfeld die Gelegenheit über die Arbeit zur Integration in den Arbeitsmarkt und zur Existenzsicherung der Jobcenterkunden auszutauschen. Dabei machten sie auch Vorschläge zur Verbesserung der täglichen Praxis.

Das Thema Flüchtlinge spielt natürlich auch hier eine große Rolle: Jobcenter und Arbeitsagentur bereiten sich im Moment intensiv auf die Tätigkeit mit Flüchtlingen vor. Diese reichen von personeller Verstärkung - jeweils zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Jobcenter Landkreis Birkenfeld und im Bezirk der Arbeitsagentur Bad Kreuznach eingestellt - bis hin zu Schulungen zu interkultureller Kompetenz und Grundlagen des Asylrechts. Für besondere Situationen im Beratungsalltag, ganz unabhängig von der Personengruppe, steht der hauseigene berufspsychologische Dienst mit einem internen psychologischen Beratungsangebot zur Verfügung.

Über das neue Instrument der assistierten Ausbildung, das im Sommer dieses Jahres eingeführt wurde, wurden mir erste Erfahrungen berichtet: Es dient zur Unterstützung von Unternehmen und Azubis bei der Durchführung der betrieblichen Ausbildung durch die Begleitung eines dritten Partners, hier in der Region ist das der Internationale Bund für Sozialarbeit. 25 Jugendliche werden zurzeit damit während ihrer Ausbildung begleitet, im nächsten Jahr will man 62 Plätze anbieten.

Die Besonderheit der Lohnstrukturen im Landkreis Birkenfeld wurde im Austausch ebenfalls aufgegriffen. Der Arbeitsmarktmonitor der Bundesagentur für Arbeit wirft für 2014 eine Quote von 27,2 Prozent Beschäftigter im unteren Entgeltbereich aus. Zum Vergleich: in Rheinland-Pfalz betrug diese Quote 20,9 Prozent. Hubert Paal bestätigte, dass die Zahl der sogenannten Ergänzer, also Menschen die trotz Beschäftigung Leistungen der Grundsicherung benötigen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, höher ist als in den Nachbarregionen. Dies kann zu einer etwas höheren Auspendlerquote und ggf. auch zu Abwanderung von Fachkräften führen. Gleichzeitig bildet sich darin aber auch ab, dass die Qualifikationsstruktur der Arbeitnehmer stärker auf Helfer- und Facharbeiterniveau und weniger im hochqualifizierten Sektor angesiedelt ist. Darauf gründet sich das Qualifizierungsangebot der Arbeitsagentur und der Jobcenter, das darauf abzielt, auch Erwachsene immer wieder auf berufliche Abschlüsse und Weiterbildungen anzusprechen. Eine gute Qualifikation von Arbeitnehmern und Arbeitsuchenden ist Voraussetzung dafür, dass die positive Entwicklung der Beschäftigung der vergangenen Jahre auch künftig möglich bleibt.

Die Komplexität des Rechts beschäftigt die Geschäftsführer des Jobcenters alltäglich und führt nach ihren Schilderungen zu hohem Arbeitsaufwand für die Sachbearbeiter, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger, die teils sehr umfangreiche Bescheide bekommen. So würde eine Geringfügigkeitsgrenze von beispielsweise 20 € helfen, diesen bürokratischen Aufwand zu reduzieren. Das sogenannte Individualprinzip führt ebenfalls dazu, dass jegliche Änderung nicht nur der Bedarfsgemeinschaft insgesamt, sondern jeder einzelnen Person mitgeteilt werden muss. Hier würden sich die Praktiker etwas Erleichterung wünschen, die sicherlich auch den Kunden zugutekäme.