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Berufung in neue Enquete-Kommission

Wie verändert sich die Berufsausbildung durch die Digitalisierung? Eine neue Enquete-Kommission geht dieser Frage im Bundestag nach.

Rund 16% der deutschen Arbeitnehmer arbeiten mobil über das Internet von zu Hause aus oder von unterwegs. Eine Zahl mit Steigerungspotential wie der Siegeszug des Internets selbst verdeutlicht: Noch 1998 hatten lediglich 10% Prozenten der Deutschen überhaupt einen Zugang. Heute, 20 Jahre später sind es 84%. Doch was bedeutet das eigentlich für die Berufsbildung, wenn diese Dynamik voll in der Arbeitswelt ankommt? Dieser übergeordneten Frage geht die neue Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ nach.

„Ich habe selbst eine Ausbildung absolviert und später dann auch Lehrlinge ausgebildet. Um unser System der Berufsausbildung beneidet uns die ganze Welt und das zu Recht! Für die Herausforderungen der Digitalisierung erarbeiten wir jetzt ein großes Update, damit das so bleibt“, erklärt Antje Lezius. Sie ist eines der 19 berufenen parlamentarischen Mitglieder der Kommission.

Debatten in denen die Digitalisierung nur das Schreckgespenst der Arbeitswelt ist, lehnt die Abgeordnete ab. Vielmehr komme es darauf an, den Wandel zu gestalten. Lezius betont, dass das in der Arbeitswelt längst auch Praxis sei. So gaben 87% der Unternehmer in einer Studie der IHK an, dass die Weiterbildung der Mitarbeiter heute schon eine direkte Folge der Digitalisierung ist. Die Enquete-Kommission hat das Ziel, die deutsche Berufsbildung nun komplett auf den Prüfstand zu stellen. Das Besondere an diesem parlamentarischen Mittel: Neben Mitgliedern des Bundestags sitzt hier auch die gleiche Anzahl an Wissenschaftlern und Experten. Gestritten wird dann nicht wie üblich um Gesetzesanträge zu einem Thema, vielmehr geht es um die sorgfältige Analyse der langfristigen Herausforderung. Dass es in diesem Fall um mehr als Online-Seminare oder Lern-Apps geht, macht der Antrag mit seinen 15 Unterpunkten deutlich.

Lezius hat sich für ihre Mitarbeit schon ein wichtiges Ziel gesetzt: „Wir müssen mehr junge Menschen für die Lehre begeistern. Sie bietet einen tollen Berufseinstieg und man kann sich dann immer noch über ein Studium oder den Meister weiterentwickeln. Diese verschiedenen Entwicklungschancen, so unterschiedlich junge Menschen eben sind, und gleichzeitig ein ordentliches Berufsfundament – das ist etwas Positives und darüber müssen wir wieder stärker sprechen.“